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Die Bundesmusikkapelle Vorderthiersee führt ihre Gründung auf das Passionsgelübde im Jahre 1799 zurück und  feierte gemeinsam mit dem Passionsspielverein Thiersee 1999 ihr 200-jähriges Bestandsjubiläum.

Die Untermalung der Erlösungsgeschichte gewann immer mehr an Bedeutung und stellte demzufolge immer höhere Anforderungen an die Mitwirkenden. Die einzelnen Register, insbesondere die Streicher, konnten oftmals  nicht aus den eigenen Reihen allein besetzt werden. Dies führte zu einer Neukomposition der Passionsmusik für Bläser im Jahr 1971 durch Prof. Ernst Payr und zu einer Neuarrangierung der Gollermusik aus dem Jahre 1927 für Bläser durch Musikdirektor Max Greiderer.

 

Doch kehren wir zurück zu den Anfängen: Der Aufmarsch einer Kompanie Thierseer Schützen „mit fliegender Fahne und türkischer Musik“ anläßlich der Rückgabe der Festung Kufstein seitens der Bayern an Österreich am 7. Juli 1814 dürfte die erste urkundliche Erwähnung der Musikkapelle darstellen (Innsbrucker Stadtarchiv, Pestarchiv II/454).

Dr. Dörrer erwähnt ein Rechnungsblatt von 1816: es verzeichnet Einkäufe für die „Thirkische Musick Instrumenter“,Trommeln, Hörner, Fagott, Trompeten, Orgel richten und einen Kasten oberhalb der Orgel zur Unterbringung der Instrumente, insgesamt über 100 fl., dem gegenüber einige Einnahmen der Musikkapelle an vier Feiertagen von 3 fl. 30 kr. bis 11. Fl. stehen. Daraus können wir den Schluß ziehen, wie es um den musikalischen Teil und die Kräfte der Thierseer bestellt war. (Dörrer, Passionsspiele S. 56)

 

Vom 6. bis  12. August 1838 rückten 122 Mann der Thierseer Scharfschützen zur Erbhuldigung für Kaiser Ferdinand aus. Mit sechs Fuhrwerken, ihrer alten Fahne aus dem Jahr 1808 und türkischer Musik, welche nur mit hölzernen Instrumenten, sogenannten geschaffelten Hörnern, ausgestattet war, machten sie sich auf zur Ehrenparade.

Die Tiroler Heimatblätter VI/1928, Heft 8, S. 248 enthalten eine Beschreibung und Abbildungen der Alt-Thierseer Tracht aus dem Jahr 1838:„niedere Schuhe, kurze, unter den Knien zusammengeschnallte Hosen, weiße Strümpfe, hohe grüne Lodenhüte und graue Lodenjoppen mit einer schwarzen Weste. Auf dem Hute steckte ein Spiel- oder Auerhahnstoß samt Buschen. Um die Mitte trugen sie einen Ranzen“.

 

Als der Zweite Weltkrieg auch in die Zahl der Musikanten arge Lücken riss, konnte oftmals nur unter Zuhilfenahme von Kräften anderer Kapellen ausgerückt werden.
Unter der Leitung von Anton Gruber und Kapellmeister Matthias Pirchmoser wurde 1947 wieder eine eigenständige Musikkapelle aufgebaut, um deren spätere Betreuung sich Schuldirektor Hermann Rieser und Georg Marksteiner sehr verdient gemacht haben.



Am 28.09.1963 wurde der Spatenstich für das neue Musikhaus vorgenommen. Die Errichtung des Probelokales war nur durch zwei große Gönner möglich. Den Baugrund stellten Franz und Margarethe Seethaler - „Kirchenwirt“ kostenlos zur Verfügung. Zur Finanzierung streckte der damalige Obmann Matthias Pirchmoser „Schmiedwirt“ der Kapelle leihweise ÖS 20.000,00 vor. Die Planung erfolgte durch Franz Gruber (vulgo „Stasä-Franz).
Innerhalb von 6 Wochen stand bereits der Rohbau - das benötigte Holz 63 fm wurde von den Bauern gespendet. 1964 war das neue Probelokal fertig - insgesamt leisteten die Musikanten 2.154 freiwillige Arbeitsstunden - die Gesamtkosten inkl. Heizung betrugen damals ÖS 102.515,86.